Eine Treppe verbindet zwei Stockwerke und sollte dabei sicher und komfortabel begehbar sein. Damit das gelingt, müssen Stufenhöhe und Auftrittsbreite gut aufeinander abgestimmt sein, denn schon wenige Zentimeter beeinflussen den Gehkomfort. Bei der Planung hilft die Treppensteigungsformel, mit der sich aus der Geschosshöhe und der Stufenzahl die passenden Maße berechnen lassen. Die DIN 18065 liefert dazu wichtige Richtwerte und bietet eine verlässliche Orientierung für die Planung.
- Was ist die Treppensteigung?
- Welche Formel wird zur Berechnung der Treppensteigung verwendet?
- Was besagt die Schrittmaßregel bei Treppen?
- Was ist die Sicherheitsregel bei Treppen?
- Was ist die Bequemlichkeitsregel?
- Berechnungsregeln für die Treppensteigung im Vergleich
- Welche Treppensteigung ist nach DIN 18065 zulässig?
- Welche Angaben werden zur Berechnung der Treppensteigung benötigt?
- Wie berechnet man die Treppensteigung? [Schritt-für-Schritt-Anleitung]
- Treppensteigung berechnen: Beispiel mit Rechenweg
- Welchen Neigungswinkel sollte eine Treppe haben?
- Welche Fehler sollte man bei der Berechnung einer Treppensteigung vermeiden?
- Kann man die Treppensteigung selbst berechnen?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Treppensteigung berechnen: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Die Treppensteigung bestimmt den Neigungswinkel einer Treppe und beeinflusst, wie sicher und bequem sie sich begehen lässt.
- Entscheidend sind die Steigungshöhe und die Auftrittstiefe. Als Orientierung für die Treppenplanung dient die Schrittmaßregel.
- Das Schrittmaß bezeichnet die durchschnittliche Schrittlänge eines Erwachsenen und beträgt rund 63 Zentimeter.
- Für Trittsicherheit und Gehkomfort sorgen die Sicherheitsregel und die Bequemlichkeitsregel als wichtige Planungshilfen.
- Laut DIN 18065 darf die Steigungshöhe in Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen zwischen 14 und 20 Zentimetern liegen, die Auftrittstiefe zwischen 23 und 37 Zentimetern.
- Besonders gut erfüllt ein Steigungsverhältnis von 17 zu 29 Zentimetern die drei Treppenregeln. Der Neigungswinkel beträgt dabei rund 30 Grad.
Was ist die Treppensteigung?
Die Treppensteigung ergibt sich aus der Höhe einer einzelnen Stufe und der Tiefe der Fläche, auf die Sie den Fuß setzen und ist ein zentraler Wert, um Sicherheit, Komfort und Raumnutzung zwischen Treppenkonstruktion und Raum zu schaffen. Vorgaben für die optimale Berechnung und die Maße legt dabei die DIN 18065 fest.
Das sagt unser Treppenbau-Experte:
Mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen haben alle Bundesländer die DIN 18065 Gebäudetreppen; Begriffe, Messregeln, Hauptmaße bauaufsichtlich eingeführt, das heißt, sie ist jeweils Bestandteil der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) der einzelnen Bundesländer. Die DIN 18065 Gebäudetreppen; Begriffe, Messregeln, Hauptmaße ist damit als technische Baubestimmung bei der Ausführung von Gebäudetreppen zu beachten. Ergänzt wird die DIN 18065 durch die Landesbauordnungen. Sollten sich DIN-Norm und Landesbauordnung widersprechen, so gilt primär die Landesbauordnung.
Lars Oemmelen – Bundesverband Treppen- und Geländerbau e.V.
Welche Formel wird zur Berechnung der Treppensteigung verwendet?
- Schrittmaßregel: 2 x a (Stufenhöhe) + s (Stufentiefe) = Schrittmaß
- Sicherheitsregel: a + s
- Bequemlichkeitsregel: a – s
Was besagt die Schrittmaßregel bei Treppen?
Die Schrittmaßregel beschreibt das Verhältnis zwischen Steigungshöhe, auch Stufenhöhe genannt, und Auftritt einer Treppe, damit sie bequem und sicher begehbar ist. Als Grundlage dient die natürliche Schrittlänge eines Erwachsenen beim Gehen auf ebener Fläche, die durchschnittlich etwa 63 Zentimeter beträgt. Die DIN 18065 legt für das Schrittmaß einen Bereich von 59 bis 65 Zentimetern fest, in dessen Mitte dieser Durchschnittswert liegt. Da sich die Schrittlänge beim Treppensteigen verändert, wird die Steigungshöhe bei der Berechnung doppelt berücksichtigt. Die Steigungshöhe (a) bezeichnet den Höhenunterschied zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stufen. Der Auftritt (s) beschreibt den waagerechten Abstand zwischen den Vorderkanten benachbarter Stufen.

Was ist die Sicherheitsregel bei Treppen?
Die Sicherheitsregel hilft dabei, das Verhältnis zwischen Steigungshöhe und Auftritt einer Treppe hinsichtlich der Begehbarkeit zu beurteilen. Sie dient als ergänzende Planungsregel und ist keine eigenständige verbindliche Vorgabe der DIN 18065. Für eine sichere Treppe müssen zusätzlich auch die geltenden Anforderungen an die jeweiligen Treppenformen und Treppenarten eingehalten werden. Die Sicherheitsregel geht davon aus, dass ein ausreichend großer Auftritt im Verhältnis zur Steigungshöhe das Risiko des Abrutschens und Stolperns verringert. Als Orientierungswert gilt eine Differenz von 46 Zentimetern zwischen Auftritt und Steigungshöhe. Werte zwischen 45 und 47 Zentimetern gelten dabei als Richtbereich. Je kleiner die Differenz ausfällt, desto steiler und schmaler können die Stufen ausgebildet sein. Das kann die sichere Begehbarkeit beeinträchtigen.
Was ist die Bequemlichkeitsregel?
Die Bequemlichkeitsregel dient dazu, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Steigungshöhe und Auftritt zu finden, das den natürlichen Bewegungsablauf beim Treppensteigen unterstützt. Die Bequemlichkeitsregel dient beim Treppenbau als Orientierung für die ergonomische Gestaltung der Stufen, ist aber wie die Sicherheitsregel keine normative Anforderung der DIN 18065. Bei einer Steigungshöhe von 17 Zentimetern und einem Auftritt von 29 Zentimetern ergibt sich eine Differenz von genau 12 Zentimetern. Dieses Verhältnis entspricht dem Richtwert der Bequemlichkeitsregel. Fällt der Auftritt im Verhältnis zur Steigung zu klein aus, bleibt weniger Platz zum Absetzen des Fußes. Ist die Steigung dagegen ungünstig auf den Auftritt abgestimmt, kann das Begehen der Treppe mehr Kraft erfordern und den gewohnten Schrittrhythmus stören. Die Bequemlichkeitsregel hilft dabei, geeignete die Maße der Treppenstufen für eine angenehm begehbare Treppe zu bestimmen, ersetzt aber nicht die Prüfung der geltenden Anforderungen.
Berechnungsregeln für die Treppensteigung im Vergleich
| Vergleichskriterium | Schrittmaßregel | Sicherheitsregel | Bequemlichkeitsregel |
| Formel | 2 x a + s = Schrittmaß in cm |
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| normative Einordnung | Berechnung und Werte in DIN 18065 festgelegt |
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| Ziel | natürlichen Schrittrhythmus berücksichtigen |
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| Toleranzwert | 59 bis 65 cm gemäß DIN 18065 |
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Welche Treppensteigung ist nach DIN 18065 zulässig?
| Gebäude- und Treppenart | Steigungshöhe/Stufenhöhe | Treppenauftritt | nutzbare Treppenlaufbreite |
| notwendige Treppen in Gebäuden im Allgemeinen, z. B. gemeinschaftliche Geschosstreppen in Mehrfamilienhäusern | 14 bis 19 cm | 26 bis 37 cm | mind. 100 cm |
| notwendige Treppen in Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen sowie innerhalb von Wohnungen | 14 bis 20 cm | 23 bis 37 cm | mind. 80 cm |
| nicht notwendige, zusätzliche Treppen in beiden Gebäudekategorien | 14 bis 21 cm | 21 bis 37 cm | mind. 50 cm |
Die angegebenen Werte für Steigungshöhe und Auftritt müssen stets im Zusammenhang betrachtet werden, da nicht jede Kombination innerhalb der einzelnen Wertebereiche zulässig ist. Zusätzlich muss das vorgegebene Schrittmaß eingehalten werden. Welche Anforderungen für ein konkretes Bauvorhaben gelten, richtet sich neben der DIN 18065 auch nach der jeweiligen Landesbauordnung und gegebenenfalls weiteren Sondervorschriften.
Welche Angaben werden zur Berechnung der Treppensteigung benötigt?
| Angaben/Werte | Erklärung |
| Geschosshöhe | Höhenunterschied zwischen den fertigen Fußböden zweier Geschosse |
| Steigungshöhe (Stufenhöhe) | senkrechter Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Trittflächen |
| verfügbare Grundfläche | horizontaler Platz, der für die Treppe zur Verfügung steht |
| Steigungsverhältnis | Verhältnis von Steigungshöhe und Auftrittstiefe, das den Gehkomfort beeinflusst |
| Treppenauftritt (Auftrittstiefe) | waagerechter Abstand zwischen den Vorderkanten zweier aufeinanderfolgender Stufen |
| Lauflänge | waagerechte Länge des Treppenlaufs, abhängig von der Anzahl und Tiefe der Auftritte |
| Steigung (Stufe) | Höhenunterschied, den eine einzelne Stufe überwindet |
Wie berechnet man die Treppensteigung? [Schritt-für-Schritt-Anleitung]
- Schritt: Geschosshöhe ermitteln
- Schritt: Anzahl der Steigungen bestimmen
- Schritt: tatsächliche Steigungshöhe berechnen
- Schritt: Treppenauftritt über die Schrittmaßregel bestimmen
- Schritt: Lauflänge berechnen
Um die Treppensteigung zu berechnen, teilen Sie die Geschosshöhe durch die geplante Anzahl der Steigungen. Anschließend ermitteln Sie mithilfe der Schrittmaßregel die passende Auftrittsbreite und berechnen daraus die Lauflänge. Entscheidend ist, dass alle Stufen gleichmäßig hoch sind und die Maße den Anforderungen der DIN 18065 entsprechen. Mit dem nötigen technischen Know-how können Sie die Treppenberechnung selbst durchführen und Ihre Ergebnisse anhand geltender Berechnungs- und Sicherheitsregeln überprüfen. Für eine funktionale und bequeme Treppe empfiehlt sich jedoch stets die Zusammenarbeit mit einem Fachbetrieb. Besonders bei anspruchsvollen Konstruktionen wie Wendeltreppen oder Podesttreppen sollten Sie die Planung am besten einem Profi überlassen.
Wie ermittelt man die Geschosshöhe?
Messen Sie den senkrechten Abstand zwischen den Oberkanten der fertigen Fußböden im unteren und oberen Geschoss. Berücksichtigen Sie dabei auch den geplanten Bodenaufbau mit Estrich, Trittschalldämmung und Bodenbelägen.
Formel: Oberkante Fertigfußboden (OKFF) oben − Oberkante Fertigfußboden (OKFF) unten = Geschosshöhe
Wie berechnet man die Anzahl der Steigung?
Die Geschosshöhe wird durch die zunächst gewünschte Stufenhöhe geteilt. Ergibt sich dabei keine ganze Zahl, ist eine passende Anzahl an Steigungen in der Nähe des errechneten Werts zu wählen. Durch erneutes Teilen der Geschosshöhe durch diese Anzahl ergibt sich die tatsächliche Steigungshöhe.
Formel: Geschosshöhe ÷ gewünschte Steigungshöhe = Anzahl der Stufen
Wie berechnet man die tatsächliche Stufenhöhe?
Die tatsächliche Stufenhöhe bzw. Steigungshöhe ergibt sich, indem die Geschosshöhe durch die ermittelte Anzahl der Steigungen geteilt wird.
Formel: Geschosshöhe ÷ Anzahl der Steigungen = Stufenhöhe/Steigungshöhe
Wie berechnet man den Treppenauftritt?
Der Treppenauftritt wird mithilfe der Schrittmaßregel berechnet und ist der waagerechte Abstand zwischen den Vorderkanten zweier aufeinanderfolgender Stufen, gemessen in der Lauflinie.
Formel: 2 x a (Stufenhöhe) + s (Stufentiefe) = 59 bis 65 Zentimeter (nach DIN 18065)
Wie berechnet man die Lauflänge einer Treppe?
Die Lauflänge einer geraden Treppe ergibt sich aus der Treppenauftrittsbreite multipliziert mit der Anzahl der Auftritte. Bei einer üblichen Geschosstreppe mit oberem Fußboden als Austritt gibt es einen Auftritt weniger als es Steigungen gibt.
Formel: (Anzahl der Steigungen − 1) × Auftrittsbreite = Lauflänge
Treppensteigung berechnen: Beispiel mit Rechenweg
| Schritt | Rechenschritt | konkrete Rechnung | Ergebnis |
| 1. Geschosshöhe | Höhe von Fußboden unten bis Fußboden oben messen | Beispielwert: 275,00 cm | 275,00 cm |
| 2. Stufenanzahl | Geschosshöhe durch Wunsch-Stufenhöhe (17,5 cm) teilen und auf eine ganze Stufenzahl runden | 275 cm ÷ 17,5 cm = 15,71 | 16 Stufen (aufgerundet) |
| 3. Stufenhöhe | Geschosshöhe durch die feste Stufenanzahl teilen | 275 cm ÷ 16 Stufen | 17,19 cm pro Stufe |
| 4. Stufentiefe | Schrittmaß-Formel nutzen: 63 cm minus (2 × Stufenhöhe) | 63 cm − (2 × 17,19 cm) = 63 cm − 34,38 cm | 28,63 cm Auftrittstiefe |
| 5. Lauflänge | Stufentiefe mit der Anzahl der Auftritte (Stufen minus 1) multiplizieren | 15 Auftritte × 28,63 cm | 429,38 cm (ca. 4,29 m Platzbedarf) |
Die berechnete Steigungshöhe beträgt rund 17,19 Zentimeter. Sie gibt an, wie hoch jede Stufe ausfällt. Damit steht jedoch noch nicht fest, wie tief die einzelnen Stufen sein müssen und wie viel Platz die gesamte Treppe benötigt. Diese Maße sind ebenfalls entscheidend, damit die Treppe bequem begehbar ist und sich in den vorhandenen Raum einfügt. Mithilfe der ergonomischen Schrittmaßregel lässt sich aus der Steigungshöhe zunächst eine Auftrittstiefe von rund 28,63 cm ermitteln. Daraus ergibt sich eine waagerechte Gesamtlauflänge von rund 4,29 Meter. Erst mit diesen zusätzlichen Werten lässt sich beurteilen, ob die Treppe ausreichend Platz bietet und sich sicher begehen lässt.
Gegenprüfung mit den drei Regeln
| Regel | Formel und Rechnung | Ergebnis | Bewertung |
| Schrittmaßregel | 2 x s + a= 2 x 17,19 cm + 28,63 | 63,01 cm |
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| Sicherheitsregel | a + s = 28,63 cm + 17,19 cm | 45,82 cm |
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| Bequemlichkeitsregel | a – s = 28,63 cm – 17,19 cm | 11,44 cm |
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Wie berechnet man die Anzahl der Treppenstufen?
Die Anzahl der Treppenstufen ergibt sich aus der Geschosshöhe geteilt durch die geplante Steigungshöhe. Das Ergebnis wird auf eine ganze Zahl gerundet. Anschließend wird die tatsächliche Steigungshöhe neu berechnet, indem die Geschosshöhe durch die gewählte Stufenanzahl geteilt wird. So sind alle Stufen gleich hoch.
Formel: Geschosshöhe ÷ Steigungshöhe = Anzahl der Steigungen
Bei einer Geschosshöhe von 260 bis 280 cm und einer Steigungshöhe von 17 bis 18 cm ergeben sich etwa 15 bis 16 Steigungen. Bei notwendigen Treppen ist außerdem die DIN 18065 zu beachten, die unter bestimmten Voraussetzungen Vorgaben zu Treppenläufen und Zwischenpodesten macht.
Welchen Neigungswinkel sollte eine Treppe haben?
Für eine bequem begehbare Wohntreppe empfiehlt sich ein Neigungswinkel von etwa 30 bis 35 Grad. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nennt die Schrittmaßregel als Orientierung für Treppen mit einer Neigung zwischen etwa 24 und 36 Grad. Liegt der Winkel außerhalb dieses Bereichs, sind ergänzende Berechnungsansätze notwendig.[1] Die DIN 18065 gibt keinen festen Neigungswinkel vor, sondern definiert Anforderungen an die Steigungshöhe und die Auftrittstiefe. Aus diesen beiden Maßen lässt sich der tatsächliche Winkel bestimmen. Welcher Neigungswinkel für eine Treppe geeignet ist, hängt neben dem gewünschten Gehkomfort auch von der Treppenart und den räumlichen Gegebenheiten ab.
Welche Stufenhöhe ist für eine Treppe ideal?
Eine Stufen- bzw. Steigungshöhe von etwa 17 Zentimetern gilt als komfortabel, sofern auch die Auftrittstiefe dazu passt. Beide Maße beeinflussen, wie natürlich sich eine Treppe begehen lässt. Ist die Stufe zu hoch oder der Auftritt zu schmal, kann das Treppensteigen anstrengender werden. Deshalb müssen die Stufenhöhe und die Auftrittstiefe gemeinsam geplant und an die Geschosshöhe sowie die verfügbare Lauflänge angepasst werden. Dabei ist darauf zu achten, dass alle Stufen innerhalb eines Treppenlaufs möglichst gleich hoch sind.
Welcher Treppenauftritt ist optimal?
Eine Auftrittstiefe von 28 bis 30 Zentimetern sorgt im Wohnungsbau für einen angenehmen Tritt. Wie tief eine Stufe tatsächlich sein sollte, hängt jedoch auch von der Steigungshöhe und der Treppenart ab. Während Treppen in öffentlichen Gebäuden oder im Außenbereich häufig mit größeren Auftritten von 30 bis 34 Zentimetern geplant werden, schreibt die DIN 18065 für notwendige Treppen in Wohngebäuden grundsätzlich mindestens 26 Zentimeter vor. Bei baulichen Einschränkungen sind unter Berücksichtigung der Unterschneidung auch 23 Zentimeter zulässig.
Die richtige Auftrittstiefe ist wichtig, damit der Fuß sicher auf der Stufe steht und der natürliche Schrittrhythmus erhalten bleibt. Ist der Auftritt zu schmal, fehlt vor allem beim Abwärtsgehen die nötige Trittfläche. Eine zu tiefe Stufe kann das Treppensteigen dagegen ebenfalls erschweren, wenn die Steigungshöhe nicht dazu passt.
Welche Fehler sollte man bei der Berechnung einer Treppensteigung vermeiden?
- falsche Geschosshöhe verwenden: Für das Berechnen einer Treppe ist der Höhenunterschied zwischen den fertigen Fußböden beider Geschosse entscheidend. Werden Estrich, Dämmung oder Bodenbeläge nicht berücksichtigt, kann die Stufenanzahl falsch ausfallen. Dadurch kann die erste oder letzte Stufe eine andere Höhe haben als die übrigen Stufen, was die Stolpergefahr erhöht.
- ungleiche Stufenhöhen einplanen: Damit sich eine Treppe gleichmäßig begehen lässt, sollten alle Stufen innerhalb eines Treppenlaufs möglichst dieselbe Höhe haben. Größere Abweichungen stören den natürlichen Schrittrhythmus und erhöhen das Sturzrisiko. Die DIN 18065 begrenzt deshalb die zulässigen Unterschiede zwischen benachbarten Stufen.
- Schrittmaßregel missachten: Auch bei gleich hohen Stufen ist eine Treppe nicht automatisch bequem begehbar. Entscheidend ist, dass Steigungshöhe und Auftrittstiefe in einem passenden Verhältnis zueinander stehen. Die Schrittmaßregel hilft dabei, beide Maße auf den natürlichen Bewegungsablauf abzustimmen.
- Platzbedarf unterschätzen: Neben der Höhe und Tiefe der einzelnen Stufen muss auch die gesamte Lauflänge berücksichtigt werden. Sie zeigt, wie viel Platz die Treppe am Boden benötigt und ob sie in den vorgesehenen Treppenraum passt. Reicht die verfügbare Fläche nicht aus, muss die Treppengeometrie angepasst werden. Eine größere Steigungshöhe ist dabei nicht immer die beste Lösung, da sie das Treppensteigen anstrengender machen kann.
- lichte Durchgangshöhe vergessen: Bei der Treppenplanung muss auch ausreichend Kopffreiheit gewährleistet sein. Die lichte Durchgangshöhe bezeichnet den freien Abstand zwischen der Treppe und der darüberliegenden Decke oder einem anderen Bauteil. Sie sollte mindestens zwei Meter betragen. Besonders bei Treppen, die durch eine Deckenöffnung führen, ist dieser Abstand frühzeitig zu prüfen, damit es später nicht zu Einschränkungen oder Verletzungsgefahren kommt. Eine Durchgangshöhe von 210 bis 220 Zentimetern bietet zusätzlichen Komfort.
Kann man die Treppensteigung selbst berechnen?
Technisch und handwerklich versierte Menschen können die Treppensteigung mit den passenden Formeln selbst berechnen. Für eine erste Berechnung einer geraden Treppe in einem Einfamilienhaus reichen in der Regel ein Lasermessgerät, ein Taschenrechner und die Schrittmaßregel aus. Alternativ können Sie einen digitalen Treppenrechner nutzen, der anhand der Geschosshöhe und der verfügbaren Grundfläche die voraussichtliche Stufenanzahl, Steigungshöhe und Auftrittstiefe ermittelt.
Treppenrechner
Grundwerte
Höhe
Die Höhe ist die vertikale Distanz bis zur nächsten Etage (Geschosshöhe).
Rechnung: Höhe = Länge ⋅ tan(α)
Hinweis: Der Rechner kann mit der Höhe alle Werte berechnen. Die Höhe ist aber der einzige Wert, der nicht berechnet werden kann und immer angegeben werden muss.
Länge
Die Länge ist die horizontale Treppenlauflänge.
Rechnung: Länge = Höhe / tan(α)
Länge B
Die Länge B ist die zweite Länge der Treppe, wenn die Treppe um die Ecke geht.
Breite
Die Breite ist wie viel Platz man auf der Stufe hat, um die Treppe zu benutzen. In einem Wohnhaus sollte die Treppe mindestens 80 Zentimeter breit sein.
Stufenanzahl
Die Treppe beginnt unten mit dem Anstieg (der Antrittsstufe) und endet oben mit dem Auftritt (der Austrittsstufe), der Auftritt ist mit der oberen Etage bündig.
Rechnung: Stufenanzahl = Höhe / Stufenhöhe
Nein
Ja
Länge Treppenöffnung
Die Länge der Öffnung in der Decke. Bei der Treppenöffnung handelt es sich um das Loch in der Decke, das notwendig ist, um geschossübergreifend eine Treppe zu installieren.
Breite Treppenöffnung
Die Breite der Öffnung in der Decke. Die Breite muss mindestens so breit sein wie die Breite der Treppe, da sonst Teile der Treppe nicht nutzbar sind.
Steigungshöhe
Mit der Steigungshöhe ist die Höhe der jeweiligen Treppenstufe gemeint. Die Steigungshöhe liegt idealerweise bei 17 Zentimeter, kann aber generell im Bereich zwischen 14 und 20 Zentimeter liegen. So garantieren Sie eine bequeme Begehbarkeit.
Rechnung: Steigungshöhe = Höhe / Stufenanzahl
Auftritt
Der Auftritt ist die Tiefe der Treppenstufe, also die Tiefe, die Sie wahrnehmen, wenn Sie vor der Treppe stehen und auf die Stufen schauen. Die Auftrittsbreite sollte idealerweise 29 Zentimeter betragen, kann aber generell im Bereich zwischen 23 und 37 Zentimeter liegen.
Rechnung: Auftritt = Länge / Stufenanzahl
Winkel
Bestimmt die Steigung der Treppe. Der Winkel sollte zwischen 20° und 40° betragen.
Sein Idealwert liegt bei 30°.
Rechnung: α = arctan (Höhe / Länge)
Schrittmaß
Das Schrittmaß eines durchschnittlich großen Menschen entspricht 63 Zentimeter. Empfohlen werden jedoch Schrittmaße, die im Bereich zwischen 59 und 65 Zentimeter liegen.
Rechnung: Schrittmaß = 2 * Steigungshöhe + Auftrittsbreite
Sicherheit
Die Sicherheitsformel dient demzufolge der Überprüfung, ob die Auftrittsbreite ausreicht. Die Summe von Steigung und Auftritt hat einen geringen Spielraum von 45 Zentimeter bis 47 Zentimeter, soll aber idealerweise bei 46 Zentimeter liegen.
Die Sicherheitsformel wird in der ersten Linie für Treppen in öffentlichen Bereichen angewendet.
Rechnung: Sicherheit = Auftrittsbreite + Steigungshöhe
Bequemlichkeit
Bequemlichkeit beschreibt, wie angenehm sich der Auf- und Abstieg anfühlt. Die Differenz zwischen Auftritt und Steigung sollte bei 12 Zentimeter liegen.
Die Bequemlichkeitsregel wird vor allem in Eigenheimen angewendet.
Rechnung: Bequemlichkeit = Auftritt – Steigungshöhe
Durchgangshöhe
Die Durchgangshöhe ist die engste Stelle der Treppe. Damit sich die meisten Menschen nicht den Köpf anstoßen, sollte die Durchgangshöhe mindestens 200 Zentimeter hoch sein.
Rechnung: Durchgangshöhe = Länge Treppenöffnung * tan(Winkel)
Stufe x als Podest
Das Podest ist eine langgezogene Stufe, an der die Treppe die Richtung wechselt. Die Stufe an der Position X hat die normale Stufenhöhe, aber einen lang gezogenen Auftritt.
Hinweis: Sie können allgemein jede beliebige Stufe zu einem Podest machen um z.B. Erholungsflächen einzubauen oder sie Treppe zu verlängern. Dabei müssen sie beachten, das sie die Länge aller zusätzlichen Podeste der Treppenlänge hinzuaddieren damit die Stufenlängen gleich bleiben.
Podestlänge A
Die Podestlänge A ist die Seite vom Podest, die an der Länge von der Treppe liegt. Die Podestlänge ist immer so lang wie die Breite der Treppe.
Podest Länge B
Die Podestlänge B ist die Seite vom Podest, die an der Länge B von der Treppe liegt.
Vor dem Bau müssen die Maße jedoch überprüft und die geltenden baurechtlichen Vorgaben berücksichtigt werden. Bei Wendeltreppen, Podesten oder besonderen Grundrissen wird die Planung sowie die Berechnung deutlich anspruchsvoller.
Das sagt unser Treppenbau-Experte
Treppenbau ist aus vielerlei Hinsicht nur etwas für Fachbetriebe. Da der Laie die Gefahren aus der Treppenstatik und der Befestigung im Mauerwerk möglicherweise falsch einschätzt, sind hier schon die ersten Gefahrenpunkte zu erkennen. Bei Treppenanlagen über mehrere Stockwerke ist hier das Risiko für Leib und Leben groß. Ein weiterer Punkt beim Treppenbau auf einen Fachmann zu vertrauen, ist die Ästhetik und die Formgestaltung einer Treppe. Der erfahrene Profi ist in der Lage, die Treppe auf die Platzgegebenheiten anzupassen und so immer die bestmögliche Treppe zu planen.
Lars Oemmelen – Bundesverband Treppen- und Geländerbau e.V.
Wann sollte ein Fachbetrieb die Treppenplanung übernehmen?
notwendige Treppen in Mehrfamilienhäusern, für die besondere baurechtliche Anforderungen gelten
Treppen aus Beton oder Stahl, bei denen statische Berechnungen sowie Schalungs- oder Schweißarbeiten erforderlich sein können
gewendelte Treppen und Spindeltreppen, bei denen sich die Auftrittstiefe entlang der Lauflinie verändert
- Treppen in barrierefreien Gebäudekonzepten, bei denen die Anforderungen der DIN 18040 und weitere Vorgaben zu berücksichtigen sind
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung der Treppe, damit Stufenkanten und Höhenunterschiede gut erkennbar sind und die Stolpergefahr sinkt.
- Berücksichtigen Sie Türöffnungsbereiche, Durchgangsbreiten und freie Bewegungsflächen an angrenzenden Fluren und Podesten, damit der Zugang zur Treppe uneingeschränkt möglich bleibt.
Achten Sie auf rutschhemmende Oberflächen, damit die Stufen auch bei Feuchtigkeit oder glatten Schuhsohlen sicheren Halt bieten.
- Für eine präzise Treppenplanung empfiehlt sich stets die Unterstützung durch einen Fachbetrieb, der Fehler bei der Berechnung der Lauflinie und der Stufengeometrie vermeidet.
Berücksichtigen Sie den späteren Reinigungs- und Pflegeaufwand, da offene Stufen, schwer erreichbare Ecken und empfindliche Materialien die Pflege erschweren können.
Fazit
Die Treppensteigung lässt sich mithilfe weniger Formeln berechnen. Die Schrittmaßregel hilft dabei, Steigungshöhe und Auftrittstiefe aufeinander abzustimmen und die Grundlage für eine bequeme und sichere Treppe zu schaffen. Voraussetzung ist, dass die Geschosshöhe korrekt gemessen und die Treppengeometrie sorgfältig geplant wird. Bei gewendelten Treppen, statisch anspruchsvollen Konstruktionen oder notwendigen Treppen in Mehrfamilienhäusern empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Fachbetrieb. So lassen sich Berechnungsfehler vermeiden und die baulichen Anforderungen zuverlässig berücksichtigen.

Über unseren Treppenbau-Experten
Lars Oemmelen ist Teil der Geschäftsstelle des Bundesverbands Treppen- und Geländerbau e.V. (BVTG). Zweck des Verbandes ist die Förderung des Treppen- und Geländerbaus. Gemeinsam mit dem Vorstand des Bundesverbandes Walter Heinrichs beantwortet er die Fragen von Tischler-Schreiner.org rund um den Bau von Treppen.
» Zum Treppenbau Experten-Interview
Bildnachweis: Treppen- und Geländerbau e.V. (BVTG)
Treppensteigung berechnen: Häufig gestellte Fragen
Gilt die DIN 18065 auch für Gartentreppen?
Freitreppen im Gelände ohne direkten Gebäudebezug fallen in der Regel nicht unter die DIN 18065. Welche Anforderungen gelten, hängt von der Nutzung, den baulichen Gegebenheiten und den jeweiligen landesrechtlichen Vorgaben ab.
Warum sollten Treppenstufen immer gleich hoch sein?
Gleich hohe Stufen sorgen für einen gleichmäßigen Schrittrhythmus und machen das Treppensteigen sicherer. Weichen einzelne Stufen in ihrer Höhe ab, kann der Fuß die nächste Stufe falsch einschätzen. Dadurch steigt insbesondere beim Hinabgehen die Stolpergefahr.
Kann eine bestehende Treppe nachträglich flacher gemacht werden?
Eine bestehende Treppe lässt sich meist nur mit größerem baulichem Aufwand im Rahmen einer Treppensanierung flacher gestalten. Dafür müssen die Steigungshöhe verringert und in der Regel die Stufenanzahl oder die Lauflänge angepasst werden. Ob sich der Umbau umsetzen lässt, hängt vor allem vom verfügbaren Platz und den angrenzenden Bauteilen ab. Eine fachliche Prüfung hilft dabei, die baulichen Möglichkeiten und den erforderlichen Aufwand einzuschätzen.
Quellen
[1] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). „Die Gestaltung sicherer Treppen.“ BAuA, https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung/Arbeitsstaetten/Sichere-Treppen-und-Fussboeden/Gestaltung-sicherer-Treppen. Zugriff am 13. Okt. 2026.